Die Zukunft Europas, das Klima und das Kapital suchen in Alpbach nach Inspiration und Ideen: Das Europäische Forum Alpbach ist eröffnet

August 24, 2021
Bis zum 3. September wird das Congress Centrum im Tiroler Ort Alpbach zur generationenübergreifenden Ideenschmiede und interdisziplinären Wissensplattform, mit dem Ziel Europa nachhaltig zu stärken.

Das Europäische Forum Alpbach (EFA), widmet sich in diesem Jahr Fragen zur Sicherheit Europas, den Chancen, welche die Klimakrise bietet und den verschiedenen Möglichkeiten, die Zukunft Europas zu finanzieren. Den Auftakt haben vergangene Woche die jungen Stipendiaten:innen, die sich im Rahmen der Seminarwoche inhaltlich ebenfalls mit den diesjährigen Themenschwerpunkten beschäftigen, gemacht. Mit der neuen digitalen Lernmission, den „Alpbach Challenges“ möchte man konkrete Ideen stärker fordern. Im Rahmen der Konferenzwoche sollen die Ergebnisse der Themenschwerpunkte interdisziplinär sowie generationenübergreifend diskutiert und Lösungen erarbeitet werden.

Am 24. August war Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Rahmen einer Diskussion mit seiner griechischen Amtskollegin Katerina Sakellaropoulou Teil der diesjährigen Eröffnung des Forums. Unter dem Titel „Past the Storm, a Dream for Europe“ sprachen sie über die Lehren, die wir aus der jüngeren Vergangenheit für die Zukunft Europas ziehen können und darüber, wie Europa mit den verschiedenen Visionen für eine weitere Zusammenarbeit umgehen könnte. Zur Machtübernahme der Taliban in Afghanistan und zur Diskussion rund um die Aufnahme und Verteilung von Flüchtlingen meinte der Bundespräsident, dass es „eine moralische, politische und völkerrechtliche Verpflichtung der EU und all ihrer Mitgliedsstaaten gibt, diese wahrzunehmen und jenen Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, Schutz zu geben“.

Die griechische Präsidentin Katerina Sakellaropoulou erklärte bei Ihrem ersten Besuch in Österreich anlässlich der Eröffnung des Forums: „Kein Land kann allein eine Lösung für die aktuellen Herausforderungen, sei es die Flüchtlingskrise oder die Klimakatastrophe finden. Europa braucht eine holistische Betrachtungsweise. Wenn wir nicht zusammenarbeiten, werden wir keine Lösungen finden“, erklärte die griechische Präsidentin Katarina Sakellaropoulou bei ihrem ersten Besuch in Österreich anlässlich der Eröffnung des Forums. Andreas Treichl, Präsident des Europäischen Forum Alpbach, betonte vor allem die Rolle junger Menschen für die Gestaltung der Zukunft Europas.

Es gibt eine moralische, politische und völkerrechtliche Verpflichtung der EU und all ihrer Mitgliedsstaaten die Aufnahme und Verteilung von Flüchtlingen wahrzunehmen und jenen Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, Schutz zu geben.

Alexander Van der Bellen, Bundespräsident von Österreich

Vier Symposien, drei Themenschwerpunkte. Severin Schwan, CEO der Roche Group, wird etwa darüber diskutieren, wie man Europa als Standort für die Pharmaindustrie absichern und attraktiver machen kann. Darüber, wie man die Kapitalmarktunion für die Finanzierung der europäischen Zukunftsideen, aber auch die Stärkung der Innovationskraft europäischer Firmen nutzen kann, werden sich Mairead McGuinness, die EU-Kommissarin für Finanzstabilität und Axel Weber, Verwaltungsratspräsident der UBS, Gedanken machen. Amanda Sloat, Assistentin des Präsidenten und leitenden Direktor für europäische Angelegenheiten des Nationalen Sicherheitsrat, wird im Gespräch über die Neugestaltung der transatlantischen Zusammenarbeit ihre Erfahrungen einbringen. Ebenso in Alpbach diskutiert Tomas Pueyo-Brochard, Autor und Erfinder des Konzepts „Hammer und Tanz“, Perspektiven und Chancen post-Corona. Mathias Cormann, neuer OECD-Generalsekretär bespricht in Alpbach nicht nur die politischen Dringlichkeiten, sondern auch eine mögliche Neukonzeption unserer Wirtschaft.

Sandrine Dixson-Declève, Vizepräsidentin des Club of Rome, wird sich mit Joseph Stiglitz des Themas annehmen, wie man die Klimarkrise als Chance für Wachstum, Innovation und Vielfalt nützen kann. Auch Johan Rockström vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung wird sich in seiner Keynote diesem Thema widmen. Kirsten Dunlop vom EIT Climate-KIC wird mit anderen Expert:innen der Frage „Was benötigt es, um den Industriesektor zu dekarbonisieren?" auf den Grund gehen. Der Premierminister von Nordmazedonien, Zoran Zaev, und des Kosovo, Albin Kurti werden über EU-Beitrittsperspektiven des Westbalkan sprechen. Und auch der montenegrinische Vize-Premier Dritan Abazovic sowie der slowakische Premierminister Eduard Heger werden ihre Sicht auf die Zukunft Europas erörtern. Die weißrussische Oppositionschefin Sviatlana Tsikhanouskaya spricht mit Colombe Cahen-Salvador, Aktivistin und Co-Founder von NOW! und Forward über politische Einflussnahme, Veränderung und Mitsprache. Die amerikanische Journalistin Karen Attiah wird darüber reden, wie wir über die Geschichte Europas denken würden, wenn sie nicht unsere eigene wäre. Die Genfer Flüchtlingskonvention wird in "World Peace... And Now? Securing Tomorrow and the Importance of Passing the Mic" mit der ehemalige Poetry-Slam Weltmeisterin und UNHCR Goodwill Embassador Emi Mahmoud Thema sein. 

Europäischer Diskurs. Österreichische und internationale Sprecher:innen, Künstler:innen, Manager:innen und Politiker:innen werden sich heuer mit den drei Themenschwerpunkten „The Climate Opportunity“, „The Financing of Europe’s Future“ und „Securing Our Future” in verschiedenen Gesprächsformaten auseinandersetzen. Wegen der strengen Präventionsmaßnahmen, welche die Corona-Pandemie erzwingen, werden heuer pro Tag maximal 1,000 Gäste vor Ort in Alpbach erwartet. Dank des hybriden Konferenzformates werden auch heuer wieder zahlreiche Teilnehmende aus der ganzen Welt, die Möglichkeit nutzen, sich über die digitalen Kanäle in Diskussionen und Vorträgen einzubringen.

Kunst als Instrument für neue Denkanstöße. Seit Jahren wird in Alpbach mit Kunst und Kultur der interdisziplinäre Zugang zu den inhaltlichen Themenschwerpunkten des EFA verstärkt. Mit Olga Neuwirth und Anna Artaker sind heuer zwei Ausnahmekünstlerinnen in Alpbach vertreten, die sich mit den Themen des Forums auseinandersetzen. Zur Eröffnung spielte das Klangforum Wien eine Komposition von Vincent Pongracz. Ebenfalls dabei, die deutsche Künstlergruppe Rimini Protokoll, die mit mit ihrer App „The Walks“ Teilnehmenden des Europäischen Forums Alpbach interessante Kurzhörspiele zur Verfügung stellen - eine Einladung an alle Teilnehmer:innen, egal ob digitale oder analog, die jeweilige Umgebung neu zu entdecken und mit ihr zu interagieren.

Pressefotos von der Eröffnung