Von Mondays for Markets bis Fridays for Future: Das war das Europäische Forum Alpbach 2021

September 3, 2021
Von 18. August bis 3. September besuchten mehr als 4.500 Teilnehmende aus 62 Ländern das diesjährige Europäische Forum Alpbach - vor Ort und digital. Im Mittelpunkt standen Beiträge zur Sicherung und Finanzierung der Zukunft Europas sowie zur Klimakrise und dem Potential, diese als Chance zu nutzen.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir in diesem Jahr auf die Beine gestellt haben. Ich habe das Gefühl, die Leute gehen mit unseren Neuerungen mit, weil man wieder qualitätsvolle Gespräche führen kann,“ resümiert Andreas Treichl über das erste Forum, dem er als Präsident vorstand. Die Änderungen, auf die sich Treichl bezieht, waren vielfältig: Erstmals wurde die Konferenz als hybride Veranstaltung abgehalten. Der Großteil des Programms fand vor Ort in Alpbach statt und wurde digital ausgestrahlt. Dass trotz Covidrestriktionen mehr als 4500 Personen aus 62 Ländern an den rund 240 Einzelveranstaltungen des Forums teilnahmen, beweist, dass sich das hybride Konzept in diesem Jahr bewährt hat.

Neu beim Europäischen Forum Alpbach 2021

Drei thematische Schwerpunkte - The Climate Opportunity, Securing Our Future und The Financing of Europe’s Future - prägten nicht nur die wirtschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Diskussionen, die ab 24. August stattfanden, sondern auch die Seminarwoche, die seit Jahren den Beginn des Forums bildet. Einige teilnehmende Stipendiat:innen haben sich bereits seit März mit den Schwerpunkten auseinandergesetzt, entwickelten Ideen und präsentierten lösungsorientierte Projektansätze in Alpbach. Die besten der sogenannten „Alpbach Challenges“ wurden am 2. September von einer Jury in Alpbach ausgezeichnet und für eine mögliche Realisierung vorbereitet.

Dass der generationenübergreifenden und internationale Austausch der richtige Weg ist, davon ist Florence Gaub, Vizepräsidentin des Europäischen Forum Alpbach überzeugt: „Wir haben mit Menschen aus Amerika, China und Europa über Migration, Konflikt und Innovation gesprochen. Ich bin voll neuer Ideen und freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn wir zurück kommen und noch einen Schritt weiter gehen."

Wir haben mit Menschen aus Amerika, China und Europa über Migration, Konflikt und Innovation gesprochen. Ich bin voll neuer Ideen und freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn wir zurück kommen und noch einen Schritt weiter gehen. 

FLORENCE GAUB, VIZEPRÄSIDENTIN EUROPÄISCHES FORUM ALPBACH 

Generation von morgen involvieren

Die Stimme junger Menschen in der Diskussion um europäische Zukunftsthemen war auch darüber hinaus deutlich sichtbar: In „Mondays for Markets“ konfrontierten beispielsweise junge Erwachsene Entscheidungsträger:innen, Wissenschafter:innen und Unternehmer:innen aus unterschiedlichen Bereichen mit neuen Ansätzen zur Finanzierung Europas. „Die Entscheidung, drei inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, die während des gesamten Zeitraumes thematisiert werden, hat neue, verstärkt interdisziplinäre, Dialoge angeregt, die Diversität an Perspektiven gestärkt und konstruktiven Diskurs ermöglicht“, ist Marie Ringler, Vizepräsidentin des Forums und Europachefin von Ashoka überzeugt.


Die Entscheidung, drei inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, die während des gesamten Zeitraumes thematisiert werden, hat neue, verstärkt interdisziplinäre, Dialoge angeregt, die Diversität an Perspektiven gestärkt und konstruktiven Diskurs ermöglicht.

Marie Ringler, Vizepräsidentin Europäisches Forum Alpbach 

A Dream for Europe 2045

Beendet wurde das diesjährige Forum Alpbach mit einem Roundtable zum Thema „A Dream for Europe 2045“: Ralf Beste, deutscher Botschafter in Wien, wünscht sich Europa als Kontinent der guten Nachbarn. Autorin Géraldine Schwarz sieht die Kraft der Zukunft in den Wählerstimmen, Tonica Hunter, Kuratorin und Wissenschaftlerin, legt ihre Hoffnungen in den gleichberechtigten Dialog sowie Inklusion und Dritan Abazović, Vizepräsident von Montenegro, würde gerne durch einen EU-Beitritt seines Landes eine Vorbildwirkung am Westbalkan erzielen. Andreas Treichl, Präsident des Europäischen Forums Alpbach, hofft auf ein offenes Europa und gleichwertige Lebensstandard auf dem gesamten Kontinent.

Über das Kongressgeschehen hinaus: Covid-Präventionsmaßnahmen, Pride Parade, Fridays for Future

Über das Kongressgeschehen hinaus, sorgten unter anderem die erste Pride Parade in Alpbach sowie die Fridays for Future Bewegung vor dem Congress Centrum sowie eine erstmalige Kooperation des Kulturteams mit Die Tagespresse für Aufsehen.

Auf die Covid-Pandemie reagierten die Organisator:innen erfolgreich mit einem umfangreichen Präventionskonzept, das eine limitierte Teilnehmer:innenzahl, das Vorweisen eines PCR-Testes beim Betreten der Kongressräumlichkeiten und das Tragen von FFP2-Masken mit zum Platz vorsah. Durch die engmaschigen Testungen vor Ort wurden die insgesamt sieben Covid-Infektionen rasch erkannt, entsprechend Maßnahmen gesetzt und eine Ausbreitung des Virus verhindert.

Auszug internationaler Teilnehmenden

Beiträge aus der Wissenschaft kamen unter anderem von Alberto Alemanno (EU-Recht und Politik, HEC Paris), Antje Boetius (Helmholtz Centre for Polar and Marine Research, Bremerhaven), Amanda Chisholm (Senior Lecturere in Global Security, School of Sercurity Studies – King’s College London), Lucy English (Professor in Creative Enterprize and Live Literature, Bath Spa University), Judith Heepe (Nursing Director, Charité University Medicine) und Astrid Hopfensitz (Professorin, Toulouse School of Economics and EM Lyon).

Die Kunst als wichtiger Teil des Europäischen Forums Alpbach wurde unter anderem repräsentiert von Helga Davis, Justin Vivian Bond, Olga Neuwirth und Anna Artakter.

Auf politischer Ebene beteiligten sich neben den Regierungschefs Albin Kurti (Kosovo), Zoran Zaev (Nordmazedonien) und Eduard Heger (Slowakei), die EU Kommissar:innen Margaritis Schinas, Mairead McGuinness und Johannes Hahn sowie zahlreiche Minister:innen aus unterschiedlichen Bereichen und Ländern: Andrej Šircelj (Finanzminister, Slowenien), Judit Varga (Justizministerin, Ungarn), Fuad Hussein (Außenminister, Irak), Michał Kurtyka (Klima- und Umweltminister, Polen), João Leão (Finanzminister, Portugal), Monika Navickienė (Ministerin für Soziale Sicherheit und Arbeit, Litauen), Sophie Howe (Zukunftsministerin, Wales). Auch Michelle Bachelet (UN High Commissioner for Human Rights) und Mathias Cormann (Generalsekretär OECD) waren Teil der Veranstaltung.

Darüber hinaus beteiligten sich Marian Cramers (Director of Development, Democratic Society), Ivo Degn (Mitgründer von Climate Farmers), Kirsten Dunlup (CEO, EIT Climate-KIC), Sven Egenter (Geschäftsführer Clean Energy Wire & klimafakten.de), Alexander G. Soros (Open Society Foundation), Emi Mahmoud (UNHCR Good Will Ambassador) und die Gouverneure der Nationalbanken in Holland, Klaas Knot, Dänemark, Per Callesen, Österreich, Robert Holzmann und Kroatien, Boris Vujcic.


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